000029 von Rainer Link, Zossen (28.09.2009 15:59 Uhr)

"Eklat im Wahllokal"

Pünktlich um 18 Uhr ging es mit dem Auszählen der Stimmen im Konferenzsaal des Rathauses los. Es hatten sich etwa acht Beobachter eingefunden, nach kurzer Zeit waren es nur noch sechs. Einige hatten sich offenbar vorgenommen bei der Stimmenauszählung kräftig zu provozieren und haben andere mit ihrem Verhalten dadurch vertrieben.
Ich bin dort als Beobachter hingegangen und wollte keine politische Demonstration, weder für die eine noch für die andere Partei.
Ich hatte vollkommen Verständnis für die Zähler, daß ihnen die Beobachter nicht in Zentimeternähe zu nahe kommen sollten. Die Stimmung war am Anfang an sehr geladen, wurde nach kurzer Zeit etwas besser. Daß der Zählvorgang so kompliziert ist, wurde mir erst nach einiger Zeit klar. Er erfordert die gesamte Aufmerksamkeit, und die war aufgrund der angeheizten Stimmung ganz bestimmt nicht bei jedem der Auszähler vorhanden.
Probleme hatte ich wirklich mit den Beobachtern, weil einige von Anfang an nur dumme Fragen, Arroganz und Störungen zu bieten hatten. Und außerdem verursacht mir Bauchschmerzen, wenn ein Daniel Teich dabei ist, den ich in meinem Laden viermal bei offenen Betrug erwischt hat und der bei mir Hausverbot hat. Ich habe ihn nämlich auch noch im Verdacht mich um zwei Rechner erleichtert zu haben.
Damit ist er bestens geeignet einen Wahlbetrug aufzudecken?

Aber es kam noch schlimmer. Gegen halb acht kam dann Frau Schreiber, die in ihrer Selbstherrlichkeit lautstark Befehle gab. Das dürften wir nicht, das auch nicht und das alles ausgesprochen unfreundlich und lärmig. Es war diese typische Reaktion des Gutmenschen, der mit eben genau diesem Verhalten alles kaputt macht. Der mühsam erreichte Konsens war ab sofort restlos dahin.

Das Ergebnis war dann schon vorgezeichnet: Am Ende der Auszählung der Stimmen für den Bundestag fehlten ein paar Stimmen, und man beschloß, nach einer kurzen Pause von 10 Minuten mit dem ganzen Prozedere noch einmal zu beginnen.

Warum ist Frau Schreiber nicht von Anfang an dabei gewesen? Wahrscheinlich wäre alles anders gekommen. Mit ihrer Abwesenheit und mit ihrerer demonstrativen Herrschsucht hat Frau Schreiber wieder einmal bewiesen, daß sie für das Amt des Bürgermeisters absolut ungeeignet ist.

Während ich mal kurz abwesend war wurden Tische und Stühle umgestellt, wohl mit dem Ziel, Zähler und Observanten besser voneinander zu trennen. Als ich dort wieder ankam, war inzwischen die Polizei eingetroffen und ich war plötzlich Zuschauer einer widerwärtigen Veranstaltung.

Es gibt ja Leute, die das deutsche Volk retten wollen, die aber im normalen Umgang mit anderen Menschen jeden Anstand vermissen lassen. Besonders unerträglich sind Menschen, die andere niemals ausreden lassen und die einem ständig ins Wort fallen. Solche erziehungsresistenten Menschen sind in ganz Deutschland zu finden, konzentrieren sich aber vornehmlich im „rechten“ Spektrum. Es ist wirklich entsetzlich geworden, warum werden Leute, bei denen nicht die geringste Spur einer Erziehung zu entdecken ist, immer mehr in diesem Land?

Es kamen immer mehr Polizisten, die Diskussion wurde immer lauter. Irgendwann, gegen 21 Uhr, verließ ich das Rathaus fluchtartig, weil das Gekrähe von Gerd Walther mein Hörorgan schmerzen ließ.

Die „Nazis“ haben sich mal wieder richtig beliebt gemacht.


Am meisten leid taten mir die Zähler. Denn zur selben Zeit war klar, daß man mit der Auszählung nochmals von vorne beginnen mußte. Das bedeutete Nachtschicht. Das bedeutete aber auch, daß kein seriöser Beobachter an diesem Abend beteiligt war.

In meinem Wunschsystem soll es wesentlich mehr plebiszitäre Elemente geben, da soll es mehr und bessere Abstimmungen geben, mit denen auch mehr erreicht werden soll. Auch dort wird es dann ehrenamtliche Auszähler geben, die diese mühsame Arbeit verrichten. Und es sollte sich die Wut auf dieses BRD-System nicht gegen diese Leute richten, die für nicht eine müde Mark, geschweige denn für einen Scheiß-Euro, sich die ganze Nacht um die Ohren schlagen müssen.

In diesem Sinne biete ich bereits heute meine Teilnahme bei der nächsten Stimmenauszählung an.


PS: In Zossen betrug die Teilnahme an der Bundestagswahl nicht einmal 50%.